About A Moment

 

Entstehende Arbeiten zum Projekt About a Moment

Darshano L. Rieser während der Erstbegehung der Route „Ewigkeit für Anfänger“ im linken Teil der Spatenwand. 11.08.2019

 Darshano L. Rieser

..Die „scheinbare“ Zeit hat nicht nur eine „scheinbare“ zweite Dimension (wie von Husserl angedeutet und Retension genannt, sprich die Vergangenheit in der Gegenwart),
sondern – ebenso wie der Raum – eine „scheinbar“ dritte: die Posttension, sprich die Zukunft in der Gegenwart. Also das, was sich aus der scheinbaren Vergangenheit und
Gegenwart (oder eigentlich: aus der tatsächlichen Nichtgetrenntheit) zwingend als Zukunft ergibt. Auf den ersten Blick mag das unmöglich klingen, weil – um beim Beispiel der
Melodie zu bleiben – nicht vorhergesagt werden kann, welcher Ton als nächster folgen wird (noch dazu, wenn, um es besonders deutlich zu machen, die Sängerin keine
vorgegebene Melodie singt, sondern unvermittelt aus sich heraus das, was ihr gerade als Spontan-Komposition bzw. Improvisation in den Sinn kommt).
Bei genauerer Betrachtung, wenn also berücksichtigt wird, dass jeder Mensch und auch alles scheinbar Andere so gestrickt ist wie er/es gestrickt ist und daher gar nicht anders
handeln, denken, komponieren, improvisieren kann als er/es gestrickt ist, wird aber klar, dass die Zukunft keine per se Unbekannte ist, sondern, speziell aus Sicht der Nicht-
Getrenntheit, in der Gegenwart genauso immanent „vorhanden“ ist, wie umgekehrt, und somit bereits im Jetzt repräsentiert bzw. vergegenwärtigt ist (zumeist wird die
scheinbare Zukunft zwar nicht bewusst wahrgenommen, nur manchmal klopft sie als sogenannte „Ahnung“ bzw. „Intuition“ an oder wird in Form von „Planung“ antizipiert…
Darshano L. Rieser (Auszug aus der E-Mail-Korrespondenz mit Darshano vom 25.11.19)

Melodie des Augenblicks I
Melodie des Augenblicks II
Melodie des Augenblicks III
Raumland 2020

„Raumland“ 2020
vierschichtige Wandskulptur, bestehend aus 2 hintereinander montierten
Acrylglasscheiben mit transparentem Fotodruck versehen,
Foto und Foliendruckelemente, Kupferfarbe,
200 x 130cm x 4cm

„Raumland“ 2020 Detailansicht
ausgeschnittene Bildelemente auf 4 Ebenen.

Raumland 2020 (Detail)
Raumland 2020 (Detailansicht)

„Raumland“ 2020, Detailansicht
Für diese Arbeit diente die Lektüre „Flatland“ von Edwin A. Abbott, erschienen 1884 als Inspiration.
(Die Zeichnungen ist diesem Buch entnommen.). Die Linie ist philosophisch betrachtet, gewissermaßen ein unsichtbares Wesen. Sie ist die Spur eines
sich bewegten Punktes. Sie ist aus Bewegung entstanden, und zwar, wie Roman Signer, „Explosion (Linie)“, 1982, es bezeichnet: durch „Vernichtung der höchsten in sich geschlossenen Ruhe des Punktes“.
Ausgehend von der Linie als Symbol für das linear ablaufende Zeitmodell nach Newton, befinden sich in diesem Werk, „hinter“ der Linie, von einer anderen Perspektive aus betrachtet weitere zeitliche Dimensionen die sich als gefühlter Raum auftun können.

aus Flatland, Edwin A. Abbott
a moment, Skizze II, 2020

„Sphärentau“, 2020
(digitale Skizze zu geplanter Arbeit)
Foliendrucke, Fotodrucke,
Scotch Klebeband, schwarzer Karton
220 x 150 cm

Abb. oben, Skizze zu “a moment II”

dreidimensionale Collage zum Thema Zeit
a moment, Skizze I, 2020

Wir wissen schlicht nichts über das Zeitgefüge vor dem Auftauchen des Bewusstseins. Erst mit diesem taucht Gegenwart auf, erst damit bekommt die Zeit die heute als allgemeingültig anerkannte Struktur, wird definierbar, was Vergangenheit, was Gegenwart und was Zukunft bedeuten soll. Das eigentliche Zeitproblem in der Philosophie ist zunehmend die Erkundung des Jetzt.

(Auszug aus der e-mail Korrespondenz mit Gottfried Böhme 25.10.2019)

dreidimensionale Collage zum Thema Zeit.
grossformatige Papiercollage und Zeichnung
Fotocollage zum Song "Sei Poet", André Heller